Ich sehe was, was du ...

Verehrte Leserschaft,

was ist es wieder lustig, was zur Zeit in der Presse und Politik über Googles Street View diskutiert wird.

Die Politik hat laaaaaannnnnnnggggggggeeeeeeee geschlafen, was dieses Thema anbelangt und wird nun von den Ereignissen überrannt. Und die Presse spielt nun auch verrückt.

Vor ein paar Monaten war das, zumindest was die Presse anbelangt, noch ganz anders. Da wurde das Gute und Tolle an Street View gewürdigt.

Doch jetzt regiert das Böse.

Und wer hat schon damals auf das mögliche Übel hingewiesen? Richtig, die Datenschützer. Ganz genau.

Warum sie das gemacht haben, wird einem klar, wenn man mal im Netz nach Bildern aus Googles Street View fahndet. Immer wieder tauchen die beiden jungen Frauen picknickend auf einem Rasen auf. Der Mehrwert dieser Aufnahme? Null! Auch die einkaufenden Frauen sind ein beliebtes Motiv, wo die mittige nicht unkenntlich gemacht wurde. Gut, mit der Puckbrille sieht man eh nichts mehr, aber das Prinzip ist falsch. Auch hier hätte der Retuschierer Hand anlegen müssen.

Sicherlich ist die Bilderflut, die Google gesammelt hat nicht ohne, aber gerade in diesem Bereich erwartet man doch ein wenig mehr Sensibilität. Hätte es nicht die Möglichkeit gegeben, aus allen Bildern die Menschen herauszuschneiden und die Bilder dann zu ersetzen? Die Serverarmada Googles hätte das sicherlich in endlicher Zeit geschafft.

Wenn es also so wäre, dass nur blanke Strassen, Grünflachen und Häuser mit verdunkelten Fenstern zu sehen wären, wäre das dann so schlecht?

Ich bin mir diesbezüglich recht unschlüssig, denn sicherlich würde es auch mir Spass machen, durch Strassen zu scrollen und mir schöne Häuserfronten anzuschauen. Oder mir schon mal die Gegend anzuschauen, wo ich hinreise, oder oder oder …

Worüber ich mir allerdings sehr sicher wäre, ist, dass es gerade von den Politikern dann überhaupt keine Einwände gegeben hätte. Und die Presse wäre auch voll des Lobes für die Dienste an der Menschheit, die Google bereitet.

Jetzt sind die Politiker selbst betroffen und alle anderen fürchten, dass auch sie irgendwo online bei Googles Street View zu sehen sind.

Jetzt schreien sie alle, dass das alles doch ach so böse ist.

Jetzt wird reagiert.

Und jetzt wird wieder mal klar, dass Politik nur äußerst selten noch aggiert, sondern meist nur noch zu spät reagiert.

Bis dann,

Euer lecturer

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